Ich habe sehr viele Interessen und kann nie aufhören, etwas zu lernen. Am liebsten baue und kreiere ich, sei es digital oder physisch.
Mein Weg war bisher alles andere als geradlinig. Gearbeitet habe ich schon als Wanderwegbauer, Bergbauer, Metzger, Pflegehelfer, Skilehrer, im Skiservice, als Zimmermann und als Polsterer. Ein Grund für diese Vielfalt ist mein Zivildienst: Ich habe mich bewusst gegen das Militär entschieden und musste dafür sehr viele Zivildiensttage ableisten. So habe ich die Chance genutzt, möglichst viele verschiedene Sachen zu lernen und auch im Ausland zu arbeiten. Insgesamt fünf Jahre war ich dann als Orthopädietechniker tätig und habe mit Carbon, Leder, Metall, Elektronik und Kunststoffen Prothesen, Orthesen und Mobilitätshilfen auf Mass hergestellt. In der Schweiz war das Hightech, mit elektronischen und bionischen Systemen. Ein halbes Jahr war ich in Indien, dort habe ich unter einfachsten Bedingungen gearbeitet, mit dem, was gerade verfügbar war. Ein sehr vielseitiger und kreativer Beruf, in dem ich mein handwerkliches Fundament aufgebaut habe.
Heute schlägt mein Herz aber fürs Produktdesign. Ich habe Medizininformatik in der Schweiz und in Mexiko studiert und mich schon früh für künstliche Intelligenz und schönes, nützliches Design interessiert. In meiner Bachelorarbeit habe ich zusammen mit dem Inselspital Bern ein Machine-Learning-Modell für Hirnoperationen entwickelt. Dafür habe ich die Auszeichnung für die beste Bachelorarbeit im Bereich Digital Health in ganz Europa erhalten, bei einem Wettbewerb, an dem auch Studierende von Spitzenuniversitäten wie Harvard teilgenommen haben. Ein Produkt bis ins letzte Detail zu verbessern und zu perfektionieren, das ist genau mein Ding. Wenn Kunden es dann lieben und es ihr Leben wirklich besser macht, wenn man diese Begeisterung sieht, das macht mich einfach glücklich. Und am Schluss hat man etwas Gutes in der Hand, physisch oder digital.
Ein Highlight war das Exoskelett-Projekt, ein Rollstuhl mit robotischer Gehfunktion, mit dem wir Silber am Cybathlon 2024 gewonnen haben. Das Projekt hat viel Aufmerksamkeit bekommen und war sogar im Fernsehen. Als Kind wollte ich immer im Guinness-Buch der Rekorde stehen, und jetzt sind wir mehr oder weniger zufällig darin gelandet: Mein Ellbogen ist im Buch, direkt neben dem Exoskelett. Wer hätte das gedacht?
Ich bin ziemlich glücklich mit allem, was ich erleben und lernen durfte. Ich denke nicht, dass man immer nur einem einzigen Ding folgen muss. Ganz im Gegenteil: Die vielen verschiedenen Erfahrungen kommen jetzt zusammen, und gerade wenn ich an einem Langzeitprojekt arbeite, bringen sie einen sehr grossen Mehrwert.
Auch in meiner Freizeit lerne ich gerne. Ich habe einmal den kompletten Garten meines Hauses umgekrempelt, alles in Gemüsebeete verwandelt und über 200 seltene und komische Sorten angepflanzt. Dazu habe ich ein unterirdisches Gewächshaus gebaut und designt, das sich besser in die Landschaft einfügt und im Winter besser isoliert ist. Meine Partnerin und ich hatten so viel zu viel Gemüse, dass wir sogar begonnen haben, es zu verkaufen. Für mich ist das der grösste Luxus, den man haben kann. Aber man muss es sich verdienen.
Draussen bin ich am liebsten in der Luft, am Berg oder im Wasser: Gleitschirmfliegen in der Schweiz und Argentinien, Klettern, Surfen oder mit dem Packraft auf Flüssen. Das grösste Freiheitsgefühl geben mir aber Fahrräder. Schon als Kind war ich überall mit dem Fahrrad unterwegs, bei zwei Meter Neuschnee war ich der Einzige, der damit in die Schule kam. Auf Fahrradtouren war ich monatelang in Mexiko und auf dem Balkan, mit Zelt und Hängematte. Diese Freiheit und Naturverbundenheit ist unbeschreiblich, man muss es erlebt haben. Im Winter fahre ich Ski und bringe auch gerne anderen das Skifahren bei.
Warum diese Webseite? Hier teile ich Wissen und Erfahrungen, zu denen es vielleicht noch nicht viele Informationen im Internet gibt, und zeige, woran ich gerade arbeite. Ein bisschen Werbung für mich und meine Projekte gehört ehrlicherweise auch dazu. Wer weiss, vielleicht ergeben sich daraus wieder neue Dinge mit anderen Leuten. Wenn dich etwas davon anspricht, freue ich mich, von dir zu hören.
Erfahrung in Kürze
Produktdesigner & Entwicklungsingenieur, Timion (Südafrika)
Eine Gehhilfe für Kinder von der ersten Idee bis zur Serie entwickelt, in nur fünf Monaten. Sie wird heute landesweit produziert und verkauft.
Produktdesigner & Entwicklungsingenieur, OST Rapperswil
Vier Medizintechnik-Produkte parallel von der Idee bis zum getesteten Prototyp geführt. Mit einem Rollstuhl-Exoskelett Silber am Cybathlon 2024 gewonnen, das Projekt war im Fernsehen und ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde zu sehen.
Auszeichnung für die Bachelorarbeit
Ein Machine-Learning-Modell für Hirnoperationen, entwickelt mit dem Inselspital Bern. Beste Bachelorarbeit im Bereich Digital Health in ganz Europa.
Orthopädietechniker, Spiess + Kühne (Winterthur) und KIRAN Society (Indien, im Zivildienst)
Prothesen und Orthesen von Hand gefertigt. In der Schweiz Hightech mit elektronischen und bionischen Systemen, in Indien unter einfachsten Bedingungen, inklusive Ausbildung der lokalen Fachkräfte. Daher kommt mein handwerkliches Know-how.